Social Media Styleguide: Was es ist und wie du ihn erstellst

Es sind nicht nur Aussehen und Content, die deine Marke ausmachen. Auch Tonfall und Einheitlichkeit spielen eine Rolle. Wenn eine Marke, sei es eine persönliche Marke oder die eines Unternehmens, in den sozialen Medien präsent ist, können konsistente Regeln äußerst nützlich sein. Sie helfen, für Einheitlichkeit zu sorgen und eine Markenidentität zu etablieren. Um das zu erreichen, erstellst du am besten einen Social Media Styleguide.

In diesem Artikel sehen wir uns an, was ein Social Media Styleguide ist, weshalb du einen benötigst und wie du ihn erstellst.

zwei telefone mit verschiedenen social-media-symbolenIllustration von OrangeCrush

Was ist ein Social Media Styleguide?

Ein Social Media Styleguide ist ein Dokument, in dem Sprache, Grammatik, Tonfall und Persönlichkeit deiner Marke auf verschiedenen Social-Media-Plattformen festgehalten werden. Wenn du also einem Unternehmen in den sozialen Medien folgst, dessen Posts einen Wiedererkennungswert haben, hat dieses Unternehmen wahrscheinlich einen Styleguide für seine Posts. Das bedeutet, dass sie festen Richtlinien folgen, die zu ihrem Markenstil und ihrer Markenstimme passen.

Wenn du bereits einen Marken-Styleguide hast, wäre dieser ein großartiger Ausgangspunkt für deinen Social Media Styleguide.

Social-Media-Design im gleichen MarkenstilVon Arthean

Weshalb benötigst du einen Social Media Styleguide?

Eines der wichtigsten und überzeugendsten Argumente für einen Social Media Styleguide ist die Einheitlichkeit. Wenn eine Person oder ein Unternehmen verschiedene Stile, Inhalte oder einen unterschiedlichen Tonfall in den sozialen Medien verwendet, kann das die Zielgruppe verwirren und unorganisiert oder unprofessionell wirken. Eine einheitliche Markenstimme über alle Social-Media-Plattformen hinweg wird dir helfen, aus der Masse herauszustechen und eine starke Beziehung du deiner Zielgruppe aufzubauen.

Was du benötigst, bevor du loslegst

Wie bei jedem Projekt beginnt man am besten mit der Recherche. Dabei hilft es, sich auf die grundlegenden Dinge zu konzentrieren, zum Beispiel:

  • Image deiner Marke: Woran denken deine (potenziellen) Follower, wenn sie deine Marke sehen? Was erwarten sie von dir? Wie ist dein Tonfall?
  • Wähle deine Plattformen: Welche Plattformen wirst du nutzen? Wirst du eher professionelle Kanäle wie LinkedIn oder bildstarke Plattformen wie Instagram verwenden? Oder vielleicht eine Mischung? Was würde sich deiner Meinung nach am besten für das Image deiner Marke und deine Zielgruppe eignen?
  • Wettbewerber: Welches Bild vermitteln sie von sich? Wie interagieren sie mit ihrer Zielgruppe zum Beispiel bei Beschwerden oder wenn sie etwas ankündigen? Sind sie humorvoll?
  • Sammle visuelle Beispiele: Visuelle Beispiele von Posts zu sammeln, die dir gefallen, ist ein guter Anfang. Sammle verschiedene Arten von Content, Texten, Bildern, Videos, GIFs sowie Posts von jeder Social-Media-Plattform, damit du siehst, wie andere Marken es auf den jeweiligen Plattformen machen.

Markenrichtlinien für TechnologieunternehmenVon Graphyte

Solltest du bereits eine Markenidentität haben, kann es durchaus hilfreich, sich bei der Entwicklung der Bilder und des Tonfalls auf diese zu beziehen, um auf allen Plattformen für Einheitlichkeit zu sorgen. Noch besser ist es, falls du einen Marken-Styleguide hast, diesen als Ausgangspunkt für deinen Social Media Styleguide zu verwenden, vor allem für Dinge wie Bilder und Videos oder Farbschemata und Schriftarten.

Erstelle deinen Social Media Styleguide

Sobald du mit deiner Recherche fertig bist, kannst du deinen Social Media Styleguide erstellen! In ihm definierst du deinen Tonfall, wie du kommunizierst und welchen Content du in deinen Social-Media-Plattformen präsentierst.

Social-Media-Accounts

Liste all deine Social-Media-Accounts auf. Das wird dir helfen, einen Überblick über all deine Accounts zu behalten und welche Benutzernamen du für sie verwendest. Nicht nur deine Posts, sondern auch deine Benutzernamen sollten einheitlich sein, damit es den Leuten leichter fällt, dich auf allen Plattformen zu finden.

Überlege, ob es Suffixe gibt, die du verwenden könntest, zum Beispiel @markenname_DE. Solche Suffixe können für User hilfreich sein, falls dein Unternehmen an verschiedenen Orten der Welt tätig ist. So kann sich dein Unternehmen auf einen bestimmten lokalen Markt konzentrieren und Followern die Möglichkeit geben, beispielsweise mit dem Kundenservice in Kontakt zu treten.

Lege deinen Content fest

Da du nun weißt, über welche Social-Media-Accounts du verfügst, ist es an der Zeit festzulegen, welchen Content du auf den jeweiligen Plattformen postest. Jobangebote könnten beispielsweise nur etwas für LinkedIn, Facebook und Twitter sein. Aber Posts, die einen Blick hinter die Kulissen geben, könnten sich nur für Instagram eignen. Oder du möchtest das, was du auf TikTok postest, nicht auf Facebook oder Twitter posten.

Social-Media-Styleguide von Mailchimpvia Mailchimp

Notiere in deinem Social Media Styleguide die maximale Zeichenanzahl jeder Plattform. Und nur weil eine Plattform keine maximale Zeichenanzahl hat, bedeutet das nicht, dass du keine in deinen Social Media Styleguide schreiben solltest. Du könntest festlegen, dass deine Facebook-Posts maximal zwei Absätze lang sein dürfen und dass für Instagram maximal ein Satz und ein oder zwei Emojis ausreichen.

Du solltest zudem die Bildgrößen in den sozialen Medien notieren und wie deine Bilder aussehen sollen, zum Beispiel, dass für Hintergründe von Produktfotos, bei denen es um Werbegeschenke geht, nur helle Markenfarben genutzt werden sollen oder dass bei allgemeinem Content und Produkten dunklere Hintergründe verwendet werden.

Various posts for a social media style guideVarious posts for a social media style guideVarious posts for a social media style guideEin Unternehmen, vier unterschiedliche Stile für Social-Media-Posts. Von Alshimaa MouVarious posts for a social media style guide

Markensprache

Wie sprichst du über deine Marke? Wie nennst du deine Angestellten? Schreibe ein paar Schlüsselbegriffe oder Wörter auf, die deine Marke und Geschäfte beschreiben. Dazu könnte zählen, wie du deinen Unternehmensnamen schreibst. 99designs schreiben wir beispielsweise mit einem kleinen „d“ und nicht 99Designs oder 99 designs. Es kann auch ein Satz sein, der dein Unternehmen kurz und knapp beschreibt. Wie lautet dieser Satz? Wann und wo taucht er auf?

Tonfall und Markenstimme

Hierbei geht es um den Tonfall, in dem du mit deinen Followern sprichst. Sich Schlagwörter zu überlegen ist ein guter Anfang, um einen Stil und allgemeinen Ton zu entwickeln. Die Haltung deiner Marke könnte beispielsweise lustig, respektlos oder frech sein. Vielleicht ist auch ein konservativerer, professionellerer Ansatz angemessen. Dies hängt von deiner Branche und deiner Markenpersönlichkeit ab.

Du solltest darauf achten, dass dein Stil zu deinen Social-Media-Plattformen passt. Kann deine witzige Persönlichkeit sowohl auf LinkedIn als auch Instagram gut funktionieren? Oder wie sorgst du dafür, dass deine witzige Persönlichkeit auf LinkedIn überzeugt? Möglicherweise muss sie für bestimmte Situationen angepasst werden, indem sie beispielsweise für professionellere Seiten etwas abgeschwächt wird.

Schau dir oben Tony’s Chocolonely an. Ihre Social-Media-Posts vermitteln ihre Botschaft und Werte. Wie du an den Posts auf Facebook und Twitter sehen kannst, wird ihre Länge etwas angepasst, aber das Wichtigste ist, dass der Tonfall, die Botschaft und die Werte konsistent sind.

Inklusive Sprache

Es ist wichtig sich zu überlegen, wie wir kommunizieren, wie wir Menschen bezeichnen, wen wir in unsere Kommunikation einbeziehen. Vermeide es zum Beispiel, eine Gruppe von Menschen „Jungs“ zu nennen und nutze geschlechterneutrale Wörter. Am besten nimmst du dir vorab die Zeit, dir zu überlegen, wie deine Sprache inklusiver sein kann, statt hinterher etwas zurechtzubasteln.

Hände in der Mitte gestapelt, um Inklusivität und Zusammengehörigkeit zu zeigenIllustration von OrangeCrush

Emojis

Emojis sieht man mittlerweile überall und auch viele Marken nutzen sie vermehrt. Oftmals werden sie verwendet, um etwas zu veranschaulichen oder zu unterstreichen. Sie können sehr nützlich sein, um deine Posts auffälliger zu machen.

Instagram-Post für Headspace mit Emojis in der Beschreibungvia Headspace

In diesem Beispiel verwendet Headspace, eine Meditations-App, Emojis für seine Instagram-Posts und macht sie zu einem Teil des Themas des Posts. Es spiegelt ihre freundliche Haltung wider. Wie bei der geschriebenen Sprache auch solltest du sicherstellen, dass deine Emojis deine Markenpersönlichkeit widerspiegeln und allgemein verständlich sind.

Hashtags

Hashtags und Social Media gehen Hand in Hand. Sie sind beinahe eine Notwendigkeit, da sie eine hervorragende Möglichkeit für User sind, deine Marke zu finden. Wenn es sich bei deinem Produkt um vegane Schokolade handelt und du das als Hashtag verwendest, könnten die Leute, die diesen Hashtag suchen, dein Produkt und deine Marke finden!

Sie eignen sich auch sehr gut, um Posts zu einer bestimmten Kampagne oder einem Produkt zusammenzufassen, damit die User schnell darauf zugreifen und andere Erfahrungsberichte oder Posts zu deinem Produkt oder Unternehmen finden können.

kurze Video-Facebook-Werbung für TierrettungVon Dudeowl

Du könntest dir auch ein Hashtag zunutze machen, das gerade angesagt ist. Sei dabei allerdings vorsichtig und nutze nicht einfach beliebte oder angesagte Hashtags, wenn sie nicht zu deiner Marke oder deinem Produkt passen, da du ansonsten realitätsfremd wirkst und Kundschaft verprellst.

Überprüfe die Hashtags, die du nutzt, um eine Kampagne oder dein Produkt zu bewerben. Du kannst nie wissen, wer sonst noch das Hashtag verwendet und wofür.

Beginne mit deinem Social Media Styleguide

Nun bist du bereit, deinen offiziellen Social Media Styleguide zu erstellen. Denke nur daran, dass dies nicht der Weisheit letzter Schluss ist, sondern ein guter Ausgangspunkt. Mit der Zeit kannst du deinen Guide anpassen, wenn sich neue Dinge ergeben und vielleicht manche Posts nicht gut funktionieren und du sie ändern musst oder weitere Social-Media-Plattformen hinzugefügt werden.

So wird dein Social Media Styleguide mit der Zeit ein wertvolles Hilfsmittel für deine Marke und visuelle Identität sowie der Schlüssel zur Einheitlichkeit, damit deine Zielgruppe weiter an deiner Marke interessiert ist und ihr treu bleibt.

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Über die Autorin

Yvette ist freiberufliche Grafikdesignerin mit Erfahrung in den Bereichen Digital- und Printmedien; Infografiken sind ihre Spezialität. Sie hat über 20 Jahre Erfahrung als Designerin und schreibt nebenbei. Sie wohnt in London.

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